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Mehr zum Thema "Eidechsenburg"

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In der Kindheit des Autors dieses Artikels gehörten Zauneidechsen im Garten zum Alltag. An heißen Tagen sah man sie an warmen Steinen sitzen oder unter die Hecke flitzen, wenn man an ihnen vorbeiging. Heute sind Zauneidechsen zur Seltenheit geworden. Dabei ist es gar nicht so schwer, etwas für heimische Eidechsen wie die Zauneidechse, Waldeidechse, Bergeidechse, Mooreidechse, Mauereidechse oder Blindschleiche zu tun. Zugegeben, einige der genannten Arten sind anspruchsvoll und kommen bei Ihnen vielleicht gar nicht vor, wie etwa die Mooreidechse.

Die anderen Arten jedoch sind noch weit genung verbreitet, sodass es sich lohnt, einen Versuch zu wagen, sie zu sich in den Garten zu locken und ihnen Wohn- und Brutstätte anzubieten.

Wenn wir uns die Bedürfnisse der Zauneidechse ansehen, wird uns schnell klar, was es dazu braucht. Zauneidechsen sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass sie Kaltblüter sind und die Wärme der Sonne brauchen, um beweglich zu werden. Im Winter etwa ist eine Zauneidechse quase bewegungsunfähig, da es zu kalt ist. Sie schläft unter der Erde in verlassenen Mäusebauten oder in Spalten zwischen Steinen – vor dem Frost geschützt. Im Frühjahr bzw. Frühsommer erwachen die Tiere aus ihrer winterlichen Starre. Sie kommen an die Oberfläche und benötigen Nahrung. Als Insektenfresser freuen sie sich besonders über artenreiche, magere Blumenwiesen, durch die sie flitzen können auf der Jagd nach Käfern und Spinnen. Damit sie so flink werden, wärmen sie sich an offenen, besonnten Bodenstellen auf.

Nach der Paarung legen die Eidechsen ihre Eier am Boden ab. Auch hier braucht es warme, besonnte Stellen, frei von Bewuchs, damit die Gelege nicht beschattet werden. Ideal ist dazu Sand, in dem sich gut graben lässt. Dort werden die Eier von der Sonne ausgebrütet, bis der Nachwuchs schlüpft.

Zauneidechsen haben viele Fressfeinde. Dazu zählt nicht nur die Nachbarskatze, sondern auch Greifvögel oder Schlangen. Ein Unterschlupf, der schnell zu erreichen ist, kann Leben retten. Und wenn sich das Jahr dann langsam dem Ende neigt, ziehen sich die Zauneidechsen wieder in ihren Unterschlupf zurück, um auf das nächste Jahr zu warten.

All das, was eine Eidechse benötigt, gibt es in einem naturnahen Garten. Aber es geht auch kleiner. Wenn Sie die Tiere bei sich unterstützen wollen, reicht es, ein Loch mit einer Tiefe und Breite von etwa 40 bis 50 cm auszuheben. Wenn Sie wollen, platzieren Sie in der Mitte des Loches einen großen, dicken Ast mit einem Durchmesser von vielleicht 15 cm und verkeilen Sie diesen mit großen Steinen, sog. Findlingen, bis der Ast richtig fest sitzt. Nun haben Sie ein tolles Überwinterungsquartier für die Eidechsen geschaffen. Das stehende Totholz dient zudem einigen Wildbienen- und Käferarten als Nahrung für ihre Larven – Fressen frei Haus für die Eidechsen.

Schütten Sie nun einen Hügel Sand mit einer Höhe von ca. 40 bis 50 cm in unmittelbarer Nähe zum Winterquartier auf. Dieser Hügel dient den Eidechsen zur Eiablage. Am besten packen Sie einige große Steine und vielleicht eine große Wurzel eines gefällten Baumes noch dazu. So ist der Hügel als Katzenklo weniger geeignet und die Eidechsen können sich schnell verstecken, wenn sie entdeckt werfden.

Wichtig ist, dass beide Bauwerke in der vollen Sonne ihren Platz haben und möglichst nicht beschattet werden. Halten Sie Ihre Bauwerke auch von Laub und Unkraut frei.

Es ist in Ordnung, wenn der Hügel über die Jahre schütter bewächst. Sie können auch einige trockenheitsverträgliche Stauden pflanzen wie Sand-Thymian (Thymus serpyllum), Stein-Nelke (Dianthus sylvestris), Sand-Nelke (Dianthus arenarius) oder Grasnelke (Armeria maritima).

Wenn Zauneidechsen in Ihrer Umgebung vorkommen, werden sie sich bald einfinden. Und falls nicht, ist die Arbeit nicht umsonst gewesen. Nicht nur Eidechsen überwintern im Steinquartier. Auch Amphibien, Käfer, Mäuse oder Schlangen suchen im Winter einen frostfreien Unterschlupf. Außerdem brüten ca. 70% all unserer heimischen Wildbienenarten im Boden. Solange der Sand ungewaschen und etwas lehm- oder löshaltig ist, sodass die Gänge nicht sofort einstürzen, werden Sie bald Wildbienen beim Nestbau beobachten können.

Probieren Sie es doch einfach mal selbst aus!

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